Radio 1:1
Ein automatisiertes Kulturradio zur WM2006
Fußball & Kultur
Im Fußballweltmeisterschaftsjahr 2006 richtet sich eine massive mediale Aufmerksamkeit auf die Stadt Berlin und ihr reiches kulturelles Angebot. In dieser Zeit der Dominanz des Sports bietet das Radio 1:1 den Kulturproduzenten das Internet und das Radio als Erweiterung ihrer Veranstaltungsorte an: das Sportgroßereignis wird um einen anderen Kulturraum erweitert. Das mediale Format der Direktübertragung wird übernommen – und der Sport durch kulturelle Inhalte ersetzt.
Der Veranstaltungsort im Netz und im Radio
Die internetbasierte digitale und automatische Aufzeichnung, Speicherung und Distribution erzeugt neue Möglichkeiten: Die Produktionsorte - Konzertsäle, Theater, Clubs - selbst werden zu dezentralen Sendestudios, die dort auftretenden KünstlerInnen RadiomacherInnen. Auf einer Berliner Hörfunkfrequenz wird über die Zeit der WM hinweg die für Berlin typische Vielfalt von Kulturproduktion direkt im Radio hörbar gemacht, um einem breiteren Publikum eine bisher nicht da gewesene Auswahl von Vorträgen, Lesungen, Symposien, Konzerten, DJ-Sets zu präsentieren.
Gegen die Verpuffung im Ereignis
Radio und Netz bieten sich als kosteneffektiver Produktionssapparat einer bundesweiten und internationalen Öffentlichkeit an. Die Häppchenformate der kulturelle Berichterstattung erhalten einen pragmatischer Gegenpol, in dem sich die Produktion vor Ort selbst Gehör verschafft. Radio 1:1 verhindert die „Verpuffung im Ereignis“ - dessen Wert wird in der Aufzeichnung bewahrt und medial weitervermittelt. Zugleich wird es möglich, den Output der Akademien, Konzert- und Literaturhäuser, der Clubs und Bars jenseits ihrer besonderen sozialen Rituale zu rezipieren.
Produktionsablauf
Ein Aufzeichnungsgerät (Computer) wird beim Veranstalter an die Verstärkeranlage angeschlossen und mit einer Internetverbindung versehen. Die Kalender-Daten werden einem Berliner Veranstaltungskalender entnommen. Die Aufzeichnungen werden auf einen zentralen Server hochgeladen. Aus dem entsehenden Archiv wird ein Teil der Mitschnitte ausgewählt, vom Veranstalter nach einem entsprechenden Lizenzmodell "autorisiert", mit An- und Absagen versehen und in der täglichen Sendschleife gesetzt.